In Saarbrücken geboren, in Marburg studiert, lange Jahre im Köln-Bonner Raum gelebt. Das war früher. Und heute? Städtereisen, Urlaubsreisen, Wellness, Besuch bei der Familie und Freunden - Europa ist für mich ein Ziel für viele Gelegenheiten. / City tours, holidays, wellness, visiting family and friends - nowadays I travel to and in Europe for many reasons.

Dienstag, 11. Oktober 2016

Abreise vom Atatürk Flughafen in Istanbul

Wir sind - Gott sei Dank - am Samstag rechtzeitig von Icerenköy aus losgefahren, denn der Verkehr war mörderisch.

Überhaupt hatte ich bei diesem Aufenthalt in Istanbul verstärkt den Eindruck, dass die Stadt kurz vor dem Verkehrskollaps steht. Die Fahrzeuge quälten sich in den Stadtvierteln, in denen wir dieses Mal unterwegs waren (Icerenköy, Atasehir, Erenköy, Kadiköy) unabhängig von der Tageszeit Stoßstange an Stoßstange und unter Einbeziehung nicht vorhandener Straßenspuren vorwärts.

Die 2. Brücke (Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke) war laut Verkehrs-App meines Sohnes komplett dicht, deshalb fuhren wir über die 1. Brücke, die ehemalige Bosporus-Brücke, heute die "Brücke der Märtyrer des 15. Juli".


Die Fahrt an sich dauerte 60 Minuten (für 38 km), aber vor der Einfahrt zum Flughafen staute sich der Verkehr aufgrund der sog. Sicherheitskontrollen. Sogenannt weil: Zwei Beamte öffneten den Kofferraum der Fahrzeuge, tasteten irgendwie darin herum, klappten den Deckel wieder zu und winkten das jeweilige Fahrzeug weiter. Sehr gründlich sah das Ganze nicht aus. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens reichte es aber aus, um wirklich den gesamten Verkehr zum Erliegen zu bringen. Die ganze Prozedur kostete uns 30 Minuten, sodass wir 1,5 Stunden unterwegs waren, bevor wir am Flughafen aus dem Taxi aussteigen konnten.

Kosten für das Taxi, inklusive der Brückengebühr von 5,50 TRY, waren 100 TRY.

Am Flughafen selber war dann (wie neuerdings üblich) nur eine Eingangstür geöffnet, durch die alle abreisenden Passagiere und deren Begleiter den Flughafen betreten mussten. (Auch für ankommende Passagiere ist es mittlerweile so, dass nur eine der Ausgangstüren geöffnet ist.) Direkt im Eingangsbereich ist die erste Sicherheitsschleuse: Das gesamte Gepäck wird durchleuchtet (inkl. Auspacken von Computern und Entsorgen von Flüssigkeiten > 100 ml), alle Personen müssen durch eine Sicherheitsschranke. Da nur 2 Bänder in Betrieb waren, brauchte auch diese Prozedur sehr viel Zeit.

Fazit: Rechtzeitig losfahren, wenn man sich unnötigen Stress ersparen will.

Noch eine Anmerkung zur Gastronomie am Flughafen:

Ich war total entsetzt, dass im Food Court (nach der Passkontrolle, die erstaunlich zügig vonstatten ging) eine Dose Coke 9,75 TRY kostet. Eine kleine Flasche Trinkwasser schlägt mit 5,50 TRY zu Buche. (Das sind ca. 3 Euro für die Coke und ca. 1,80 Euro für die 375 ml Wasser. Eine 1,5-Liter-Flasche Trinkwasser kostet im Supermarkt je nach Marke zwischen 0,55 und 1,55 TRY!)

Alternativ kann man sich die Coke oder das Wasser am Automaten für 2,50 TRY holen. Die Getränkeautomaten befinden sich in der Nähe der Gates.

Überhaupt sind die Preise im Duty Free Shop astronomisch. So kostet 1 kg Lokum ab 22 Euro (ca. 75 TRY). Im Supermarkt kostet 1 kg Lokum ab 15 TRY!





Samstag, 8. Oktober 2016

Heute geht es zurück nach Thailand!

Und ich freu mich schon ganz doll ... Wir werden erst ein paar Tage in Bangkok bleiben, bevor wir zurück zu "unserer" Insel, Koh Lanta, reisen (mit Flugzeug, Minibus und Fähre).

Wir sind wieder mit Turkish Airlines unterwegs.


Noch habe ich ein paar Posts über Istanbul nicht fertig, die werde ich demnächst nachtragen. Aber ansonsten geht es jetzt wieder auf meinem Hauptblog weiter, wo ich über mein Leben und meine Aktivitäten in und um Thailand berichte.

Wenn ihr neugierig seid, schaut doch mal vorbei!


Freitag, 7. Oktober 2016

Wo sind die Schuster geblieben?

Ein Notfall: Die Sohle von Changs Schuh hat sich gelöst. Sie muss repariert werden, also gehe ich zum Schuster, der seinen Laden ganz in der Nähe von der Site (Wohnanlage) hat, in der mein Sohn lebt und bei ihm wohnen wir, wenn wir in Istanbul sind. Vielmehr: Ein Schuster hatte einen Laden. Das Geschäft existiert nicht mehr.

Hm, dann halt zu Carrefour, eine kleine Shopping Mall, die ebenfalls nicht weit weg ist, und in der ich auch schon mal zwar keine Schuhe, aber eine Handtasche habe reparieren lassen. Aber: Oh, Schreck! Auch der Laden ist weg.

In einem Schuhladen in der Mall frage ich nach, aber dort kann man mir auch nicht sagen, wo ich einen Schuster finde. Was ist los? Wo sind die Schuster?

Es gibt noch eine Möglichkeit: Ich frage den Wachmann, der am Tor zu "unserer" Site Dienst tut, ob er weiß, wo ich Changs Schuhe repariert kriege. Und ich habe Glück! Er beschreibt mir den Weg zu einem Schuster in der Nähe und ich mache mich auf den Weg.

Der Laden liegt in einer Nebenstraße der "Schuldirektor-Straße".
Allerdings hat der erste "Laden" keine Ledersohlen im Angebot.

Er repariert und putzt Schuhe direkt an der Straße.
Dafür zeigt mir aber der freundliche "Inhaber" den Weg zu einem anderen Schuster, der ca. 20 m weiter arbeitet.


Bei Ahmet Usta (Meister Ahmet) kann ich dann die Schuhe abgeben. Und innerhalb von 2 Stunden sind sie repariert. Gott sei Dank, denn wir sind ja wie immer mit kleinem Gepäck unterwegs und außer diesen Schuhen hat Chang nur noch Sandalen dabei und da das Wetter in Istanbul zwischenzeitlich doch schon sehr herbstlich ist, sind Sandalen eher nicht mehr angemessen.

... und Sandalen mit Socken geht gar nicht!!!
Ahmet Usta geht übrigens schon seit 35 Jahren seinen Geschäften nach. Er repariert nicht nur Schuhe, er macht auch welche.

 
Da ist es für ihn nur eine Kleinigkeit, Changs Schuhsohle zu flicken.



Donnerstag, 6. Oktober 2016

Deutschland: Von A bis Z

Was macht Deutschland aus? Wofür steht Deutschland? Was ist typisch deutsch?


Hier ein paar interessante Links rund um das Thema "Deutschland" und "die Deutschen", Deutschland von A bis Z, natürlich ganz und gar subjektiv geprägt und kräftig inspiriert von gängigen Klischees und in Anlehnung an bekannte Stereotypen.


Los geht es:


 
A wie
Auswandern oder Auto

B wie
Berlin oder Bier oder
Bundesliga
oder Bundesbahn
oder Brot

C wie
Currywurst

D wie
Dichter und Denker 

E wie
Erfinder oder
Erneuerbare Energien

F wie
Fahrradfahren oder Fußball oder
Fleiß oder Fanta

G wie
Geschichte Deutschlands oder
Gartenzwerge


H wie
Häusle baue oder Hilfsbereitschaft oder
Händeschütteln


I wie
Ingenieure oder Intelligenz oder
Individualismus



J wie
Jäger oder Jugendschutz

K wie
Kölner Dom oder Karneval oder
Kaffee oder Kuckucksuhren

L wie
Lautstärke oder Ladenöffnungszeiten

M wie
Mülltrennung oder Martinstag

N wie
Nikolaus oder Neuschwanstein (Schloß)
oder Nibelungen

O
wie
Ostsee oder Oktoberfest

P wie
Pünktlichkeit oder Pflichtbewusstsein

Q wie
Qualität

R wie
Regeln oder Rhein


S
wie
Sauberkeit oder Schwarzwald
oder  Socken und Sandalen
oder Sparsamkeit oder Sommerzeit


T
wie
Tugenden

U
wie
Urlaub oder (sportliche) Übung


V wie
Vereinswesen oder Versicherungen
oder Vergangenheitsbewältigung
oder Volkswagen

W wie
Wein (Weib und Gesang) oder
Weihnachten oder Wurst

X Y wie
Aktenzeichen XY 


Z wie
Zeppelin oder Zuverlässigkeit
oder Zuwanderung
oder Zugspitze






Hab ich was vergessen? Oder gibt es Widerspruch? Gerne nehme ich eure Kommentare entgegen! 😏



Sonntag, 2. Oktober 2016

Türkische Hochzeit: Bewilligungsbesuch, Versprechen und Verlobung

Traditionell gibt es bei der Anbahnung einer Eheschließung in der Türkei mehrere Stationen:
  1. Bewilligungsbesuch (offizielles "Um-die-Hand-anhalten")
  2. Versprechen
  3. Verlobung
  4. Henna-Abend
  5. Hochzeit 
Wer hierzu mehr lesen möchte, kann sich unter Brauchwiki - Türkische Hochzeit schlau machen.

Heutzutage ist der Ablauf im Vorfeld einer türkischen Hochzeit nicht mehr ganz so strikt wie früher einmal. Die zukünftigen Eheleute kennen sich ja i.d.R. auch schon eine Weile, die Familien u.U. ebenfalls, sodass es durchaus sein kann, dass Bewilligungsbesuch (kiz isteme, je nach Region muss man übrigens bis zu 7 x um die Braut bitten!), Versprechen (söz kesme) und Verlobung (nisan) im Rahmen einer einzigen Veranstaltung stattfinden.

So auch gestern bei uns!!!

Aber ganz und gar kann man natürlich nicht auf die Traditionen verzichten. Im Folgenden die Kurzfassung des gestrigen Abends.

Um 19 Uhr sollte die Feier beginnen, wir waren pünktlich. Vor dem Haus meiner zukünftigen Schwiegertochter warteten ihr Vater und ein weiterer männlicher Verwandter, um uns zu begrüßen. Bereits die Eingangstür war geschmückt:


In der Wohnung trafen wir auf die Mutter, die Geschwister und deren Ehepartner und natürlich die Hauptperson: die Freundin meines Sohnes, die ja bereits vor ein paar Wochen seinen Heiratsantrag angenommen hatte (mehr dazu hier). Aber heute galt es, das ganze offiziell zu machen!

Nach der Begrüßung überreichten wir, die Eltern des Bräutigams, die traditionellen Mitbringsel: Schokolade in einer Silberschale und Blumen. Dann nahmen wir Platz und plauderten höflich für ca. 15 - 20 Minuten. In der Zwischenzeit bereitete meine Schwiegertochter in spe einen türkischen Kaffee für alle Anwesenden zu. In den Kaffee meines Sohnes gab sie dabei, wie es sich gehört, eine Extra-Portion Salz. Mein Sohn trank dieses Gebräu tapfer aus, schließlich zeigte er damit, dass er bereit ist, alles für seine Zukünftige zu tun. Danach überreichten wir die für die Brauteltern mitgebrachten Geschenke. Hier reichen heute übrigens Kleinigkeiten, denn diese Geschenke haben mittlerweile eher symbolischen Charakter.


Dann war es Zeit, dass der Vater meines Sohnes die traditionelle Bitte an den Vater meiner zukünftigen Schwiegertochter vortrug: "Mit Erlaubnis Gottes und mit Einwilligung des Propheten bitte ich im Namen meines Sohnes um die Hand deiner Tochter." (Allahin emri peygaberin kavli ile kizinizi oglumuza istiyoruz.) Nach dem ebenfalls traditionellem, kurzen Zögern kam dann die erhoffte Antwort: "Wenn unsere Kinder es so wollen, soll es ihnen Glück bringen." Alles gut, große Erleichterung :-)

Danach war es an meinem Sohn, sein Versprechen abzugeben: Er verkündete, dass er seine Zukünftige als Frau fürs Leben nimmt. Ab jetzt gibt es kein Zurück :-)

Anschließend wurden die Ringe, die wir mitgebracht hatten, getauscht. Zunächst waren sie mit einer roten Seidenschnur verbunden, die aber, nachdem wir uns alle gegenseitig beglückwünscht hatten, durchtrennt wurde.


Jetzt wurde die Braut von allen Gästen mit Schmuck beschenkt. Auch mein Sohn ging nicht leer aus: Er bekam Gold und Geld (Taki). Und dann wurde erst mal fotografiert, die Motive waren natürlich das Paar und Gruppenfotos in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen.


Wir stießen mit Sekt auf die frisch Verlobten an und dann gab es leckere türkische Spezialitäten, natürlich alle selbst zubereitet.


Zeit für die Verlobungstorte. Ein kleines Kunstwerk! Und die Füllung aus Schokoladenstückchen und karamelisierten Nüssen war göttlich!


Nachdem der Kuchen von den Brautleuten feierlich angeschnitten, an alle verteilt und gegessen war und die Gäste ihren Tee ausgetrunken hatten, wurde es allmählich Zeit sich zu verabschieden. Jeder Gast bekam an der Tür von der Familie der Braut ein Geschenk überreicht: ein Handtuch, eine Flasche Eau de Cologne, ein Duftsäckchen und für die weiblichen Gäste noch ein Spitzentuch. Alles liebevoll zu einem Paket verschnürt. Auch das ist Brauch, allerdings habe ich nicht verstanden, worauf dieser Brauch zurückzuführen ist.

Es war ein aufregender und wunderschöner Abend! Man hat mir gesagt, dass er für die Brauteltern noch lange nicht zu Ende war. Denn nachdem wir - die Gäste von der Seite des Bräutigams - uns verabschiedet hatten, kamen wohl noch alle Verwandten der Braut, die es einrichten konnten, vorbei, um zu gratulieren.

Wie es mit dem Ablauf der türkischen Hochzeit weiterging? Die Hochzeit fand im August des Folgejahres statt. Hier habe ich darüber berichtet.